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Gedanken zum Kaufverhalten - Welchen Stellenwert hat der Impulskauf? ...

Gedanken zum Kaufverhalten - Welchen Stellenwert hat der Impulskauf? (Teil 1)

Das Kaufverhalten des modernen Konsumenten in den wohlhabenden Ländern, also die Beschaffung von Waren und Dienstleistungen die entweder wirklich benötigt, oder doch zumindest gewünscht werden, unterscheidet sich sehr stark vom Verhalten früherer Epochen. Und es unterscheidet sich, zumindest was die Mehrheit der dortigen Bevölkerung betrifft naturgemäß auch stark von den Beschaffungsstrategien und Motiven in den armen Ländern der dritten Welt.

Was unsere Gesellschaft hinsichtlich des Konsums in erster Linie zeichnet, ist der Überfluss, die "Überall-Erhältlichkeit" von Waren in jeder gewünschten Menge.

Kulturhistorisch betrachtet ist dies natürlich ein an sich höchst wünschenswerter Zustand, der jedoch, auf die Begehrlichkeit der Produkte bezogen, auch negative Implikationen birgt.

Die Vielfalt, Erhältlichkeit und Erschwinglichkeit des Warenangebots vermindert, von den existenziellen Bedarfsartikeln (wie z. B. Wasser) abgesehen, eindeutig die Begehrlichkeit der einzelnen Produkte. Dies ist einerseits eine zivilisatorisch positive Entwicklung, denn in unserer Gesellschaft muß man kaum noch damit rechnen, wegen der Begehrlichkeit eines anderen beraubt oder ermordet zu werden.

Andererseits schwächen sich aber auch die Impulse hinsichtlich des "haben wollens" der Produkte ab, d. h. es wird immer schwieriger, die Erzeugnisse zu verkaufen. Vor allem wenn es sich um Produkte handelt, die wie z. B. Schreibwaren, nicht für alle Konsumenten wirklich existentiell wichtig sind, etwa im Vergleich zu Lebensmitteln.

Immer höher werden die Ansprüche, nicht nur an die Produkte selbst, sondern auch an das Verpackungsdesign, die Warenpräsentation, Verkaufstechnik und vor allen Dingen die Werbung als kulturtechnischer Transmitter.

Dabei verliert gerade die Werbung, durch ihre kontinuierlich Zunahme und die damit verbundene Reizüberflutung der Verbraucher, mehr und mehr an echter Wirksamkeit.

Werbung heute Werbung ist in unserem Kulturkreis auf dem Wege zum l`Art pour l`Art, d. h. sie wird zwar durchaus vom Konsumenten wahrgenommen, wenn sie auffällt, gefällt oder auch schockiert, wird Werbung auch kommentiert und sogar oft intensiv diskutiert. Doch, und das ist die Crux, zunehmend in ihrer Funktion als Kulturgut, als eine moderne Kunstgattung, schnelle Gebrauchskunst, Alltagskunst, und für sich selbst bewertet, für den ästhetischen Wert, den Unterhaltungswert, ohne wirklich messbare Auswirkungen auf die beworbenen Produkte!

Diesen Text lesen Sie auch in Office&paper, Ausgabe 10/03






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