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Schaufensterbedeutung

Schaufensterbedeutung

Das Schaufenster ist für den Fachhändler das Kommunikationsmittel Nr. 1. Die individuelle Kundenansprache gelingt mit der entsprechenden Dekoration am besten. Obwohl das Schaufenster als Nr. 1 der Informationsquelle beim Verbraucher bekannt ist, wird in der Regel ein Verwirrspiel statt einer deutlichen Kundenansprache über das Schaufenster gezeigt. Dabei soll das Schaufenster die Klinkenangst - die Angst des Kunden vor dem Betreten der Verkaufsräume - mindern, dies geschieht sicherlich nicht mit dem Verwirrspiel der Aussage.

Gefällt das Schaufenster dem Betrachter, so gehen 77 % in das Geschäft bei den unter 30 jährigen und noch 73 % bei den über 30 jährigen.

Bei der Frage nach der Informationswertigkeit des Schaufensters haben Schüler/Studenten mit 64 %, Selbständige mit 43 %, qualifizierte Schulabschlüsse mit 40 %, mittlere Angestellte/Beamte mit 39 %, Haushalte bis zu 4000.- DM Einkommen mit 38 % und Schüler unter 14 Jahren mit 37 % positiv geantwortet. Diese Zahlen verdeutlichen nochmals die Wichtigkeit des Schaufensters.

Störfaktoren

Was die Kunden an der Schaufenstergestaltung am meisten stört, bringt eine Untersuchung des bpd an den Tag:

  • keine oder lückenhafte Auszeichnung, zu kleine Warendarstellung;
  • "Kraut und Rüben" durcheinander, keinerlei Blickfänge;
  • fehlende fachliche und kaufanregende Hinweise (Informationstexte und Schlagzeilen);
  • Monatelang gleiche Branchendekorationen oder nur unmerkliche Änderungen;
  • Jahresfremde Gestaltung.

Zusammengefasst können wir sagen, das Schaufenster wird im Handel unterschätzt. Kein Kommunikationsmittel des Handels steht Tag für Tag stärker im Blickfeld der Verbraucheröffentlichkeit als das Schaufenster. Umso erstaunlicher ist es, dass dieses Medium seit Jahrzehnten vernachlässigt und von vielen Herstellern und Händlern als Kommunikationsmedium erster Güte nicht entsprechend eingesetzt wird.

PBS-Schaufenster Betrachtung

Die PBS - Schaufenster sind ein Verwirrspiel und beschleunigen beim Konsumenten den Eindruck "Das habe ich doch schon gesehen" mit dem Resultat eines "Abschaltreflexes".

Um Punkte für die Kostenbeteiligung zu erhalten, werden alle Herstellerprodukte in ein Schaufenster dekoriert. Jeder einzelne Hersteller kommt aber in der Gesamtdarstellung nicht zur Wirkung. Für Grußkarten kommt noch hinzu, dass die kleinen Produkte wie Grußkarten sich ideal als Lückenfüller eignen und somit die Wertigkeit von Produkt und Marke untergeht.

Die Konsumenten wollen über das Schaufenster Anregungen, Informationen und Impulse erhalten. Die Uniformität der Schaufenster in der PBS-Branche führt zur Austauschbarkeit der Unternehmen, sowohl auf Hersteller- wie auf Händlerseite.

Der Konsument möchte Unterschiede im Warenangebot, Design und Information erkennen und sich entsprechend verhalten können. Dabei kann als kleinster gemeinsamer Nenner "Schick, und unverwechselbar" für die Schaufensteraussage gültig sein.

Ebenfalls wollen die Konsumenten eine größere Produktdarstellung, um auch aus der Ferne einen Überblick zu bekommen. Ebenfalls muss ein schneller Interessenschwerpunkt erkennbar sein, da bereits nach 13 Sekunden der Blick des Kunden wieder sich anderen Erscheinungen zuwendet.

Wünsche

Die Wünsche der Händler zur Schaufenstergestaltung lassen sich mit

  • kostengünstig,
  • individuell,
  • ansprechend,
  • auffallend und
  • leicht realisierbar

umschreiben. Dies ist nicht zu erreichen. Daher müssen Teilbereiche der Schaufenstergestaltung erfüllt werden, die gleichzeitig verstärkt die Interessenlage der Markstellung integriert.

Dies sind als grobe Leitpunkte:

  1. Kommunizieren Sie Ihre Ziele und Wünsche an die Lebensstile der entsprechenden Zielgruppen.
  2. Zeigen Sie, dass durch den Gebrauch des Produktes die Lebensqualität erhöht wird.
  3. Stellen Sie den Erlebniswert in den Mittelpunkt. Zeigen Sie, wie durch den Produktgebrauch der Erlebniswert erreicht wird.
  4. Benutzen Sie zur Umsetzung insbesondere Gefühle und Menschen, die durch Bilder kommuniziert werden.
  5. Formulieren Sie die Arbeitsschritte für die Umsetzung, sowohl vom kleinsten Schaufenster bis zur Großfläche.

Warum eigene Dekorationen ?

Da sich in einem verschieden-gearteten Produktdarstellungs-Fenster die Erzählelemente gegenseitig aufheben, muss eine Geschichte zu einem Produkt oder Thema die Folge sein. Wir erinnern uns an den Leitsatz "Weniger ist mehr" und sollten uns in der Tugend des Weglassens üben oder die Alternative einer Umgruppierung überdenken. Schließlich soll die Blickfanggruppe genau das erreichen, was ihr Name schon sagt: als Gruppierung die Blicke möglicher Kunden in der Szenerie des Schaufensters fangen und auf das Produkt lenken.

Die Schaufensterfunktion
subjektive (emotionale) Funktionenobjektive (kognitive) Funktionen
Geschäftsimage darstellen "Die Visitenkarte"
Spontane Kaufwirkung
Erlebniswerte erkennen
Sortimentskompetenz vermitteln
Preislagen
Preisvergleiche
Produktübersicht
Produktvergleich
Produktanwendungen mit Ergebnis darstellen

Schaufensterimage
VergleichsfunktionEmotionale KundenanspracheKonkurrenzabgrenzung
Preisvergleich
Produktvergleich
Erlebnisbereiche
Spontane Wirkung
Preislagenabgrenzung
Produktanwendung
Überblick

Die Neugier nach noch nicht Erlebtem, zwar Wohlbekanntem und dennoch so noch nie Gesehenem fällt auf fruchtbaren Boden. Ein Schaufenster, welches eine reizvolle und möglichst vielen Sinnen schmeichelnde Geschichte erzählt, vermag einfach mehr und qualitativ bessere Informationen zu transportieren, als ein bloß vordergründig zum Kauf animierende Angebotsdekoration.

Das Schaufenster ist das wichtigste Marketinginstrument im Handel und wird meistens ungeplant und ohne Wirkungsoptimierung genutzt. Hier kann der Händler seine eigenen Interessen leicht zum Wohl des Konsumenten einbringen.






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