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Warenkunde - Das Papier - Chronik der Beschreibstoffe (2)

Warenkunde - Das Papier - Chronik der Beschreibstoffe (2)

Papyrus blieb über die Jahrhunderte hinweg der wichtigste Beschriftungsstoff. Noch im 11. Jahrhundert verwandte die päpstliche Kurie dieses Material für Urkunden, bis es vom Pergament Abgelöst wurde.

Der Namen Pergament leitet sich aus der Stadt Pergamon in Kleinasien her.

Die Verwendung von Pergament als Schreibmaterial ist wahrscheinlich noch älter als Papyrus, da seit Urzeiten die ungegerbte Felle von jungen Schafen und Ziegen für Aufzeichnungen und Bilder dienten. Perserkönige liessen Ihre glorreichen Taten auf getrockneten Felle von Opfertieren schreiben. So ist überliefert, dass der Religionsgründer Zarathustra (500 v.Chr) sein Werk auf den Häuten mehrerer (!) Kuhherden niederschrieb.

Für die Kulturgeschichte des Abendlandes war die Verbreitung des Christentums das entscheidene Ereignis. Von den überlieferten, kostbaren Texten wurden in den Klöstern von Mönchen zu Studienzwecken Abschriften gefertigt. Pergament wurde somit zum wichtigsten Schriftträger. Fachkräfte waren für die Herstellung verantwortlich und eine mehrmalige Benutzung war nicht unüblich.

Stiftungsurkunden werden auch heute noch auf Pergament ausgefertigt, da Pergament nicht verblasst und auch heute noch als dauerhafter Schriftenträger gilt.

Den Prototyp des heutigen Papiers erfand im Jahre 105 n. Chr. in China der kaiserliche Ackerbauminister Ts´ai Lun. Er wird heute noch in einem eigenen Tempel wie kein zweiter Stadtsmann verehrt.

Seine Erfindung begann mit der Vermengung von Maulbeerbaum-Fasern und alten Fischernetzen. Der wässrige Brei wurde schichtweise mit einem Form-Sieb abgeschöpft und übrigblieben: Papierfasern. Nachdem sich die Fasern durch Schüttelbewegungen miteinander verbunden und verfilzt hatten, wurde das so gewonnen Blatt getrocknet.

Eine Nachbehandlung mit Reismehlkleister sorgte für einen schreibfesten Untergrund.

Als im 8. Jahrhundert von den Arabern die Kunst der Papierherstellung durch chinesische Kriegsgefangene unter den vermutlich auch Papiermacher waren, übernommen wurde, liessen sie die Werke der grosser Autoren auf das neuartige chinesische Papier schreiben. Die Bibiotheken füllten sich, sodass zB der Kalif von Kairo am Ende des 10. Jahrhunderts 150.000 Bände besass, während in den Klöstern in Europa im besten Fall 150 Pergament Büchern standen.

Seine Verbreitung in Europa fand das Papier durch die Mauren in Südspanien bis zu sizilianischen Papiermachern. Der erste deutsche Fabrikant der urkundlich belegt ist, war der Nürnberger Patrizier Ulman Stromeir. 1390 arbeiteten 2 italienische Facharbeiter in seiner Gleismühle, nachdem sie den Schwur, die Kunst der Papierherstellung geheim zu halten, ablegen mussten.

Der Durchbruch der PBS kam mit Gutenberg..

Den entscheidenen Durchbruch und Auftrieb erhielt die "weisse Kunst" durch die "schwarze Kunst", die 1440 von Johannes Gutenberg erfundene Buchdruckerkunst.

Quelle: Schreibgeräte R.Dummert GmbH, Pforzheim

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