 | Kreislauf Kennzahlenauswertung
Was es dagegen oft gibt, sind unterschiedliche - taktische - Informationen über den gleichen Markt. Ich erinnere mich an die Worte eines früheren Chefs: "Der Chef ist der meistbelogenste Mensch im Unternehmen."
Damit dies in Ihrem Unternehmen nicht so geschieht, sollten Sie die Kennzahlen - Auswertung in acht Phasen oder Arbeitsschritte nach Prof. Leiderer vornehmen.
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- Kennzahlenermittlung:
Alle Daten müssen stets nach der gleichen Methode, regelmäßig in einer lückenlosen zeitlichen Folge und so schnell wie möglich gewonnen werden. Je nach dem Aufbau des Rechnungswesens und dem Einsatz der Datenverarbeitung sollten die Daten zumindest auf vierteljährlicher Basis zur Verfügung stehen.
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Kennzahlendarstellung:
Es genügt nicht, nur Kennzahlen zu bilden, sie müssen zum Vergleich in der Zahlenentwicklung leseappetitlich und leicht interpretierbar dargestellt und fortgeschrieben werden. Nur mit einer beständigen Kennzahlendarstellung lässt sich eine sinnvolle und lückenlose Kennzahlenüberwachung ermöglichen.
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Zeitvergleich:
Vergleicht man Ist-Zahlen des Berichtszeitraums mit den Ist-Zahlen der zugehörigen Vorperiode, kann die Beurteilung der Zahlenentwicklung durch Bildung von Indexwerten erleichtert werden. Dabei wird in der Praxis meist die Vorperiode als "Basisperiode" betrachtet und gleich 100 gesetzt. Der aktuelle Wert drückt dann die Veränderung in Prozenten gegenüber 100 aus.
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Soll-Ist-Vergleich:
Erst die Gegenüberstellung von Soll- und Ist-Zahlen aus dem gleichen Berichtszeitraum mit anschließender Abweichungsanalyse kann gefährliche Fehlentwicklungen aufdecken. Auf der Umsatzseite werden hier meist Budget-Sollzahlen mit den Ist-Kennzahlen verglichen.
Abweichungen zwischen den oft subjektiv geprägten Budget-Soll-Erwartungen und den tatsächlich verwirklichten Ist-Ergebnissen sagen etwas über die erreichten Ziele und die Planungsgenauigkeit aus. Positive oder negative Soll-Ist-Abweichungen auf der Umsatzseite dienen in der Folge als Korrekturhilfen bei der Erstellung des nächsten Umsatzbudgets.
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Externer Kennzahlenvergleich:
Will man die Stellung des eigenen Unternehmens im Verhältnis zu anderen, gleichartigen Unternehmen einschätzen, bietet sich der externe Kennzahlenvergleich an. Dabei müssen die Betriebe vergleichbar und deren Kennzahlen auch gleich definiert sein. Ein echter wertvoller Kennzahlenvergleich kann erst im "benchmarking" (Benchmark = Vergleich mit den Besten der Branche) erfolgen. Hier vergleicht man sich nicht mit dem Branchendurchschnitt, sondern überbetrieblich mit den Besten, um eine Art Standortbestimmung des eigenen Unternehmens vornehmen zu können.
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Kennzahlenbeurteilung:
Bei der Kennzahlenbeurteilung geht es um die Frage der Verhältnismäßigkeit bei den absoluten und relativen Veränderungen der Kennzahlen. Bewegt sich die Soll-Ist-Abweichung im Rahmen der vorher bestimmten Toleranzgrenzen? Je direkter Kennzahlen als "Schlüsselfunktionen" auf angestrebte Unternehmensziele wirken, je enger sollten diese Toleranzgrenzen vom Management gezogen werden.
Bei der Kennzahlenbeurteilung kann man sich nicht einseitig auf die Veränderung von Prozenten verlassen, eine gleichzeitige Analyse der absoluten Werte erscheint bei jeder Kennzahl notwendig.
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Ursachenanalyse:
Die Kennzahlenbeurteilung führt bei der Überschreitung der Toleranzgrenzen sofort zur Ursachenanalyse. Aber auch ohne sofort ersichtliche Soll-Ist-Abweichungen müssen bei den Schlüsselkennzahlen wie Umsatz, Wareneinsatz und Personalkosten zusätzliche Varianzanalysen durchgeführt werden.
Kennzahlenvorgabe:
Controlling mit einem Analyse- und Steuerungskennzahlensystem kann erst mit Kennzahlenvorgaben zum lebendigen und zukunftsorientierten Führungsinstrument wachsen. Hier endet und beginnt der Zyklus der Kennzahlenauswertung. Aus Gesamtunternehmenszielen müssen Warengruppenziele abgeleitet werden.
Mitarbeiter lassen sich mit Kennzahlen nur führen, wenn sie diese Soll-Vorgaben verstehen, sich selbst im Team Detailziele setzen können und sich mit ihren "Ziel-Kennzahlen" identifizieren.
Auch wenn betriebswirtschaftliche Kennzahlen aus Daten berechnet werden, die in der Vergangenheit angefallen sind, werden sie als Entscheidungshilfen für die Zukunft genutzt. Allerdings gilt hier der Grundsatz: Je eher die Kennzahlen vorliegen, desto eher kann beurteilt und entschieden werden.
Die Kennzahlen Kalkulation, Lagerumschlag und Umsatzrentabilität dürften den meisten Fachhändlern bekannt sein. Doch nicht jeder nutzt die Informationen, die diese Kennzahlen bieten, vollständig aus.
Für Fachhändler, die bisher noch nicht oder noch nicht erfolgreich mit Kennzahlen gearbeitet haben, folgende Tipps:
Zur organisatorischen Entwicklung eines Kennzahlensystems empfiehlt es sich, eine gedankliche Ordnung vorzunehmen. Dabei sollten die folgenden Fragen geklärt werden:
- Welche Kennzahlen will ich errechnen?
- Welche Daten benötige ich dazu?
- Woher bekomme ich diese Daten?
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